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Twitter fragt Frauen: Was, wenn Männer Ausgangssperre hätten?

Twitter fragt Frauen: Was, wenn Männer Ausgangssperre hätten?

Stellen Sie sich vor, ab 21 Uhr dürfen Männer nicht mehr auf die Straße. Wie würden Frauen reagieren? Das fragte eine Twitter-Nutzerin. Die Antworten zeigen, wie stark die Angst vor Belästigungen ist.

t-online.de NewsAchtung, diese Frage ist hypothetisch gemeint: „Was würdet ihr tun, wenn es ab 21 Uhr abends eine Ausgangssperre für Männer geben würde?“ Diese Frage hat die Transgender-Frau Danielle Muscato auf Twitter gestellt – ein Jahr nach Beginn der „me too“-Debatte. Muscato fordert Frauen zum Antworten auf – und Männer zum Zuhören.

Viele Frauen leben mit Furcht

Danielle Muscato kennt das Gefühl, allein durch eine dunkle Gasse zu laufen – als Mann und als Frau. Ihr wurde bei ihrer Geburt das männliche Geschlecht zugeteilt, inzwischen lebt sie aber als Frau. Als solche berichtet sie nun von der ständigen Furcht und Anspannung, mit der viele Frauen leben müssen.

„Es geht nicht nur um Vergewaltigung und Mord. Es geht auch um Freiheit von gruseligen Typen, selbsternannten „netten Kerlen“, schleimigen Typen, Frauenhassern und Besserwissern“, erklärt Muscato ihre Umfrage auf Twitter. Frauen sollen kommentieren, Männer sollen aufmerksam mitlesen.

„Einfach mal einen spazieren gehen“

Die Antworten sind schockierend einfach: Eine Nacht ohne Männer – davon versprechen sich viele Kommentatorinnen ein Gefühl der Sicherheit. Den meisten ist weder nach Party, noch nach Abenteuer. Sie würden einfach nur spazieren oder joggen gehen und dabei Musik hören.

„Ich kann nicht glauben, dass ich gerade den Tränen nah bin. Ich denke, wir merken gar nicht, wie gefangen wir uns eigentlich in unseren eigenen vier Wänden fühlen. Ich würde die ganze Nacht durch die Parks und Städte und entlang der Flüsse und Strände laufen“, schreibt die US-Amerikanerin Heather Busch.

Was würden Frauen in einer Nacht ohne Männer unternehmen?

  • „Ich würde Nacht-Angeln gehen“, schreibt Userin Veritas.
  • „Ich würde lange im Büro bleiben und mir zwischendurch einen Kaffee im Coffee-Shop holen“, schreibt Userin Allorah Dawn.
  • Ich könnte meinen Heimweg von der Bibliothek genießen, statt Angst zu haben und meinen Katzenohr-Schlüsselanhänger zur Selbstverteidigung bereitzuhalten“, schreibt Userin shhh.
  • „Allein daran zu denken, irgendwo ohne Angst hinzugehen, erscheint wie ein Traum. Fühlen sich so Männer“, fragt Userin Emma Smart.
  • „Ich würde Absatzschuhe anziehen, ohne mir Gedanken zu machen, dass ich darin nicht rennen kann“, schreibt Emily Chard.
  • „Das ist so herzzerreißend, ehrlich, ich weine. Stellt euch vor, ohne Männer zu sein, das wäre ein überwältigendes Gefühl von Erleichterung. Kein schnelles Gehen mit dem Schlüssel in der Hand, keine ständige Achtsamkeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln, keine Notwendigkeit, belebte und beleuchtete Straßen laufen zu müssen“, schreibt Userin Dr Karia Ruggero.

So reagieren Männer auf den Post

Nicht jeder Mann versteht den Beitrag von Danielle Muscato richtig. Einige fühlen sich dadurch angegriffen, andere reagieren harsch. Die Nutzerin gibt an, dass sie viele Hasskommentare löschen muss. Doch viele Männer reagieren auch bewegt auf die vielen Antworten der Frauen.

User Kris White fragt sich zum Beispiel, was er besser machen kann: „Kann ich euch als männlicher Jogger irgendwie zeigen, dass ich keine Bedrohung bin? Oder soll ich einfach Abstand halten? Manchmal nicke ich anderen Joggerinnen höflich zu, aber jetzt mache ich mir Sorgen, dass das falsch rüberkommen könnte. Eure Antworten sind herzzerreißend und machen mich wütend“, schreibt er.

Natürlich ist nicht jeder Mann eine Bedrohung

Auch den Frauen, die sich an der Diskussion beteiligen, ist klar: Nicht jeder Mann ist eine Bedrohung und niemand soll ausgeschlossen werden. „Ich will neue Menschen kennenlernen und tolle Erfahrungen in einer angstfreien Umgebung machen – und da gehören Männer auch dazu. Also, Männer – es liegt bei euch. Bringt das in Ordnung“, schreibt zum Beispiel Heather Busch. Frauen wollen nur, dass Männer sie respektieren und ihnen auf Augenhöhe begegnen, ergänzt Muscato.

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 08.10.2018

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