Weißt du, was ein Walkman ist? Wenn nicht, frag mal deine Eltern. Es gibt bestimmte Wörter, die man früher häufig gehört hat, heute dagegen nicht mehr. Denn Sprache verändert sich. Manche Wörter sterben sogar aus, zum Beispiel das Wort Schule. Dafür kommen neue hinzu.

Wir gehen in die Penne. Kannst du mit diesem Satz etwas anfangen? Schüler vor ungefähr sechzig Jahren konnten das noch ganz gut. Früher haben viele Schüler in Deutschland nämlich «Penne» gesagt, wenn sie «Schule» meinten. Sprechen wir heute von Penne, dann meinen wir bestimmte Nudeln. So sehr kann sich Sprache verändern.

Manchmal brauchen wir ein Wort nicht mehr, erklärt die Sprach-Expertin Heike Wiese. Vielleicht, weil wir das Ding dazu nicht mehr benutzen oder ein besseres Wort dafür gefunden haben. «Dann können Wörter sterben», sagt Heike Wiese.

Sie hatte zum Beispiel früher einen Walkman (gesprochen: wookmän). Das ist ein kleiner Kassetten-Spieler, den viele Leute vor etwa 30 Jahren mit sich herumtrugen, um Musik zu hören. Früher haben Kinder und Erwachsene ihre Lieblingsmusik auf Kassetten gespeichert, die man im Laden kaufen konnte. Und sie haben sie zum Beispiel mit dem Walkman gehört. «Heute kennen viele Kinder dieses Wort nicht mehr, weil sie so etwas nie gehabt haben», erklärt Heike Wiese.

Walkman
So sieht ein Walkman aus. | Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Dub/Wikimedia

Wörter können aber auch neu entstehen. Das Wort chillen (gesprochen: tschillen) etwa steht seit dem Jahr 2004 im Duden, dem deutschen Rechtschreib-Wörterbuch. Das Wort bedeutet, sich zu entspannen. Es klingt aber viel cooler. Es kommt aus dem Englischen, wie viele Wörter, die wir benutzen, etwa Show und Casting.

Wer genau hinsieht, entdeckt, dass viele deutsche Wörter von anderen Sprachen kommen. Der Experte Holger Klatte kennt einige Beispiele. Vor langer Zeit war Latein in großen Teilen Europas stark verbreitet. Dafür waren die Römer verantwortlich. Sie beherrschten weite Teile Europas. Viele Wörter, die wir heute benutzen, kommen aus dem Lateinischen. Das Wort «Straße» zum Beispiel beruht auf dem lateinischen Wort «strata».

Auch von unserem französischen Nachbarn haben die Deutschen viele Wörter übernommen. Dazu gehört etwa Dessert, also Nachtisch, oder auch Möbel. Vor einigen Hundert Jahren war es in Deutschland sogar in bestimmten Kreisen schick, sich auf Französisch zu unterhalten.

Du siehst: Sprache hat sich schon immer verändert. Und sie wird sich auch weiter verändern, sagen Experten. Gibt es zum Beispiel ein Wort nicht, das man braucht, nimmt man es etwa von einer anderen Sprache. Oder man denkt es sich einfach aus.

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Wusstest du, dass …? Deutsch ist nicht gleich Deutsch

Schulmuseum
Hier siehst du das alte deutsche Alphabet. ©sth

Wusstest du, dass die deutsche Sprache eine ziemlich lange Geschichte hat? Sie ist mehr als 1200 Jahre alt.

Das älteste Deutsch, das wir von alten Schriften her kennen, ist das Althochdeutsch. Es ist für jemanden, der sich nicht auskennt, fast gar nicht mehr zu verstehen.

Im Hochmittelalter sprachen die Menschen Mittelhochdeutsch, vor ungefähr 800 Jahren. Zu dem Deutsch, das wir heute sprechen, sagen Sprachwissenschaftler Neuhochdeutsch.

Tipp: Jeden Tag ein neues Wort

Kein dickes, schweres Buch muss her. Alle schwierigen, lustigen und komischen Worte findest du auch auf dieser Internetseite. Der Duden erklärt dir auch, woher ein Wort kommt. Klickst du hier, kommst du zum Duden.

Extra: Verschwindende Wörter

Es gibt viele Wörter, die früher von Menschen gebraucht wurden, heute aber eher nicht mehr. Früher sagten die Leute zum Beispiel «mich dünkt». Das bedeutete so viel wie «es kommt mir so vor». Auch der Fernsprecher (das Telefon), die Leibes-Ertüchtigung (der Sport) und das Beinkleid (die Hose) gehören zu den Wörtern, die man heute nicht mehr hört.

Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 20.01.2017

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