Während die kambodschanische Regierung die Journalisten an der Nase herumgeführt hat, die über das 21. ASEAN-Gipfeltreffen in Phnom Penh berichten wollten, habe ich mir meinen Weg mithilfe der Sicherheitskräfte gebahnt. Der Smalltalk über lange Arbeitstage, Familie und gebrochene Herzen hat mir Türen geöffnet, die den Kambodscha-Leihen verschlossen blieben. Warum Recherche in einem Entwicklungsland viel mehr Spaß macht, wenn man die Spielregeln kennt…

Blog Sarah ThustMit einem verschlagenen Grinsen marschiere ich auf die grimmig schauenden Mitarbeiter am Sicherheitscheck zu. „Die nächsten Tage werden wir wohl viel Zeit miteinander verbringen, also macht mir keine Probleme“, sage ich auf Khmer und zwinkere ihnen zu. Ihr Lachen verrät, dass sie auf meiner Seite stehen. Eine humorvolle Frau ist eine willkommene Abwechslung für die Kambodschaner im öffentlichen Dienst, die sich mit Korruption, Machtspielen und Geldsorgen herumschlagen müssen.

Hinter der Sicherheitskontrolle liegt bei 30 Grad Celsius der Friedenspalast, der mich an eine alte, träge Nackte erinnert. Das Gerücht, dass sein Bau von der chinesischen Regierung finanziert wurde, hält sich in diesen Tagen hartnäckig. Journalisten lieben diese klischeekonformen Geschichten. Bei dem ASEAN-Gipfeltreffen, das vom 15. bis zum 20. November 2012 in Phnom Penh stattfindet, kann ich mich als Insiderin von der Journalistenherde abheben. Ob ich das ersehnte Obama-Interview bekommen werde?

Der ASEAN-Summit war eine Nahaufnahme und wichtige Lehrstunde
für Obama über die Schwierigkeiten dabei, die Region zu vereinen.

The Jakarta Post, „Obama finds Southeast Asia much tougher than he thought“