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Nach Chemnitz und Köthen – Twitter-Trend: „Wir sind der andere Osten“

Nach Chemnitz und Köthen – Twitter-Trend: „Wir sind der andere Osten“
Landtagswahl Sachsen: In drei sächsischen Gemeinden kam es zu einer Wahlbeteiligung von mehr als hundert Prozent. © sth

Nach den Angriffen Rechtsextremer in Köthen und Chemnitz ist die Kritik am Osten groß. Manchmal zu Unrecht. Überall engagieren sich Menschen für Vielfalt und Frieden. Sie melden sich nun zu Wort.

t-online.de NewsSeit den Ausschreitungen in Chemnitz müssen die Sachsen viel Kritik aushalten. So schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ zum Beispiel: „Die Ausschreitungen in Chemnitz beweisen, dass es in Sachsen nur einen Anlass braucht und Hunderte Neonazis stehen zu Hassparaden bereit.“ Solche Aussagen schmerzen diejenigen Menschen im Osten, die für demokratische Werte einstehen.

Diese Menschen will Stefan Krabbes sichtbarer machen – mit Hilfe des Hashtags #DerAndereOsten. Damit sollen User des sozialen Netzwerks Twitter ihre eigenen Erfahrungen mit Vielfalt und Engagement teilen. „Der Hashtag kam mir in den Sinn, als die Rechten durch Chemnitz skandierten und versuchten die öffentliche Wahrnehmung so zu lenken, als seien sie die Mehrheit im Osten“, schreibt Krabbes t-online.de.

„Die Rechten sind nicht die Mehrheit“

Mit dem Hashtag #DerAndereOsten will Krabbes daran erinnern, dass die Rechten nicht die Mehrheit im Osten sind. „Der Hashtag soll zeigen, dass es die Menschen sind, die sich ehrenamtlich einbringen. Sie brüllen nicht, sind nicht so laut, sie sind bescheiden und vielfältig engagiert und machen unsere Republik so jeden Tag ein bisschen besser“, so der 30-Jährige gegenüber t-online.de. Damit hat er selbst Erfahrung, denn Krabbes wurde in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt geboren und engagiert sich seit Jahren politisch. Inzwischen leitet er das Bundestagsbüro eines Grünen-Abgeordneten.

So reagieren User auf #DerAndereOsten

Einige Twitter-Nutzer helfen beim Ideen-Sammeln und berichten, wie viel Vielfalt der Osten entgegen aller Vorurteile zu bieten hat. Andere Menschen kritisieren die Idee, weil sie den Spalt beziehungsweise die Übergriffe ignorieren oder verharmlosen würden. Hier hat t-online.de einige der Beiträge zusammengefasst.

User: Mit dem Rechtsruck „von der Politik alleine gelassen“

Unter dem Hashtag wird aber auch Kritik laut: Ein User fühlt sich zum Beispiel „von der Politik alleine gelassen und nicht geschützt“. Ein anderer sucht Antworten in der Wendezeit für die Probleme mit dem Rechtsextremismus. Laut User Christian Reinboth sollte in den sozialen Medien darüber diskutiert werden, wie man einem Infarktopfer hilft. Stattdessen würden aber Hass, Fake News, Gerüchte und beidseitige Mobilmachung dominieren.

Stefan Krabbes stellt im Gespräch mit t-online.de nochmal klar: „Mir geht es um den ganzen Osten – und den Westen. Der Hashtag soll Verständnis schaffen und Grenzen im Kopf überwinden.“ Man müsse auch feststellen, dass der Osten ein Problem mit Rechts habe. „Aber wir dürfen nicht in deren Falle tappen, in dem wir über alle Ostdeutschen undifferenziert und vorschnell urteilen“, schreibt er. „Denn es gibt ja auch noch den anderen Osten, der die übergroße Mehrheit ausmacht.“

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 10.09.2018

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