Leipzig. Hier bin ich geboren, hier läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Fast jeder Student träumt davon hier zu leben. Niedrige Mietpreise, tolle Kulturangebote, schöne Landschaften und kreative Menschen… Aber ich sehe hier nur eines: V-E-R-G-A-N-G-E-N-E-S.

Blog Sarah ThustIch mache mich auf den Weg in eines der Leipziger Wächterhäuser. Eimer hängen an der Decke, Putz blättert von den Wänden, modrig-kalte Luft zieht in meine Nase. Drei Bewohner der Delitzscher Straße 3 sitzen auf dem sonnengefluteten Bordstein, trinken Kaffee und diskutieren über den verstopften Abfluss. An solchen Tagen liebe ich meinen Job.

„Leer stehende Häuser ratloser Eigentümer und engagierte, kreative Nutzer auf der Suche nach Fläche für ihre Ideen finden in ihnen zusammen,“ schreibt der Verein Haushalten aus Leipzig auf seiner Website. Die Wächterhäuser sind ein Exportschlager geworden. Nun interessiert sich auch ein japanischer Architekt dafür und das wird meine Geschichte.