Ich habe an diesem Dienstagmittag mein neues Büro bezogen. Keine 200 Meter vom S-Bahnhof Friedrichstraße entfernt, liegt die Böse Buben Bar, die tagsüber auch als charmantes Café glänzt. Hier habe ich mich niedergelassen, da im Home-Office derzeit einfach keine Kreativität aufkommen will. Von Businesspunks, Bücherstapeln und Berliner Gastronomen…

Blog Sarah ThustWie kann ein Platz am Fenster mit Blick auf Zierwein-Ranken und bepflanzte Terrakotta-Blumenkästen nicht zum Schreiben inspirieren? Außerdem habe ich Glück und neben mir sitzt Sascha Lobo, Blogger, Buchautor, Journalist und Werbetexter. Hinter ihm stapeln sich die Bücher bis unter die Zimmerdecke und Edith Piaf singt vom Leben in Rosa.

Ich störe den Kollegen nicht, denn er ist gerade in einem Meeting. „Ich habe mehr Twitter-Follower als alle deutschen Publikumsverlage zusammen“, höre ich ihn sagen und widme mich dann meinen eigenen Marketingstrategien.

Berlin ist wenn Dir in der Böse Buben Bar das Frollein sagt Du sollst den Laden verlassen, wenn es Dir nicht passt“, schreibt A Z in einem Forum und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Echte Berliner Gastronome sind sarkastisch und nehmen kein Blatt vor den Mund. Wer darüber weint, muss nur noch mehr einstecken. Doch wer dem rauen Ton mit Humor begegnet, der bekommt Respekt und ein fröhliches Lachen.


Böse Buben Bar

Marienstraße 18, 10117 Berlin
Telefon: 030 – 27596909

Öffnungszeiten: 10 Uhr bis ‹²›mal so, mal so‹²›

Frühstück (Mo-Sa): 10 bis 14 Uhr

W-Lan: ja, Hotsplots-Anmeldung erforderlich

Speisekarte: täglich wechselnde Gerichte aus hochwertigen Zutaten

Preise:
*Alkoholfreie Getränke zwischen 2 und 3 Euro
*Frühstück zwischen 4 und 6 Euro


Bei den Bösen Buben ist das nicht anders: Da greift der Gastwirt ungeniert auf den Teller und schmiert sich ein Butterbrot, weil der Gast ja keins wollte. Beide sind gebürtige Berliner und lachen darüber.

Für 6,50 Euro bestelle ich mir einen Latte Macchiato und ein großes Stück hausgemachte Schinken-Lauch-Quiche. Beides günstig, beides tadellos.

Die Bösen Buben bieten also alles, was mein Home-Office nicht hat: einen unerschöpflichen Bücherfundus, gutes Essen sowie neue Kontakte aus Kultur, Politik und Wirtschaft.