Die Jobsuche beginnt. Seit etwa zwei Wochen lebe ich in Berlin und blogge von meinem neuen Schreibtisch. Ob ich weiterhin freie Reporterin bleibe oder in die anstrengende (?) Sicherheit eines großen Unternehmens flüchte, entscheidet die Zeit. Schon beim Klick durch die Stellenangebote ist mir klar: Einfach wird es nicht. Berlin ist ein Haifischbecken.

Blog Sarah ThustJeder Journalist kämpft für sich und seine Karriere, während ich nur verträumt einem Job nachjage, den es nicht gibt. Ich will Geschichten berichten, die mir und dem Leser Spaß machen, die uns staunen und lernen lassen vom Leben. Ich will kreativ schreiben und mit interessanten Kollegen zusammenarbeiten. Ich will lachend auf der Arbeit meinen Kaffee in der Küche schlürfen. Nie will ich langweilen und der Masse hinterher jagen, sondern immer Neues entdecken. Werfen wir einen Blick auf die Realität.

Ein Freund von mir schlägt sich mit 600 Euro im Monat als freier Journalist durch. Auch für die, die eine Festanstellung gefunden haben (nach teils jahrelanger freier Mitarbeit), ist das Gehalt niedrig. Die deutschen Medienhäuser schrumpfen. Kollegen berichten von Anfeindungen, Konkurrenzkämpfen und Mobbing am Arbeitsplatz.

Natürlich überrascht mich das nicht und insgeheim freue ich mich auf die Schlacht. Aber manchmal wundert es mich schon, dass wir Journalisten jedermanns Rechte verteidigen, aber so wenig für unsere eigenen Rechte kämpfen. Mal einen Journalisten-Streik erlebt? Nicht oft, aber immer öfter. Wir arbeiten zu viel, sind nicht sehr beliebt (bei unseren Chefs wie bei denen die wir befragen) und tragen noch dazu eine große Verantwortung.

Ein Tag Arbeit bringt bei manchen Zeitungen nicht mehr als 50 Euro. Recherchekosten etc. tragen selbstständige Journalisten selbst. In Kambodscha konnte ich damit leben, aber in Deutschland? Wir werden sehen.