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Golf von Mexiko: Seit 14 Jahren fließen hier Millionen Liter Öl

2004 hat ein Orkan eine Bohrinsel im Golf von Mexiko zerstört. Bis heute strömt dort Öl in den Ozean. Eine Studie zeigt nun das Ausmaß der Katastrophe.

t-online.de NewsÖlschlieren ziehen über den Ozean, nicht weit von der Küste des US-Bundesstaats Louisiana entfernt. Jeden Tag strömen dort literweise Öl in den Ozean. Seit mehr als 14 Jahren.

Orkan Ivan und der Erdrutsch

Alles begann mit einer Katastrophe am 16. September 2004: Orkan Ivan löste einen Erdrutsch aus, der die Öl-Bohrinsel 23051 der Firma Taylor Energy aus der Verankerung riss. Seitdem strömt täglich Öl in den Ozean. Das verantwortliche Unternehmen spielte den Schaden seit Jahren herunter.

Mehr als 14 Jahre danach haben Wissenschaftler einer US-Behörde genau hingesehen. Die Ergebnisse sind schockierend: Geschätzte 90 Millionen Liter Öl könnten seit dem Orkan ins Meer gelaufen sein. Täglich sind es bis zu 17.170 Liter, schätzen die Wissenschaftler. „Die Ergebnisse dieser Studie widersprechen diesen Schlussfolgerungen der Taylor Energy Company“, sagten die Autoren.

„Deepwater Horizon“: Erst jetzt fiel die Katastrophe auf

Dazu kommt, dass die Öl-Katastrophe jahrelang nicht auffiel. Erst im Jahr 2010 reagierten US-Behörden auf Öl-Schlieren auf der Meeresoberfläche im Golf von Mexiko.

Grund dafür war der Unfall auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“ von BP. Die Ölmenge, die vom 20. April bis zum 16. Juli 2010 aus diesem Bohrloch austrat, wird auf 800 Millionen Liter geschätzt.

Die „Deepwater Horizon“ lag nur wenige Seemeilen von der ehemaligen Öl-Bohrinsel 23051 entfernt. Bald fiel den Experten auf, dass das Öl im Meer von der „Deepwater Horizon“ und von der Taylor-Plattform stammen musste.

Öl sickerte aus 28 Quellen durch

Doch im Fall von Taylor Energy fließt das Öl bis heute in den Golf von Mexiko. Offenbar sickert es aus 28 verschiedenen Quellen durch, die vorher alle mit der Bohrinsel verbunden waren. Taylor Energy versuchte mehrfach, die Lecks zu schließen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete. Doch vollkommen gelang das nicht.

Im Jahr 2008 habe die Firma ihre Ölquellen an ein südkoreanisches Konsortium verkauft. In einem Vergleich mit den Behörden soll sie 666 Millionen Dollar für die Lösung des Problems zurückgelegt haben. In einer internen Untersuchung des Unternehmens hieß es: Täglich würden nur wenige Liter durch ein Leck ins Meer gelangen.

Ein Video zeigt das Ausmaß der Katastrophe

Die aktuelle Studie widerlegt das. Gemeinsam haben Forscher der Wetter- und Ozeanografie­behörde NOAA und der Florida State University die Bedingungen vor Ort untersucht. Die Ergebnisse fassten sie in einem Video zusammen.

Laut eigenen Angaben schätzten sie die Ölmenge „äußerst vorsichtig“. Dafür nutzten sie optische und akustische Instrumente, um den Ölfluss zu messen. Kleinere Öffnungen wurden nicht berücksichtigt.

Vor wenigen Tagen haben Experten im Auftrag der US-Regierung verkündet, dass eine vorläufige Lösung gefunden ist. Es wurde ein Unterwasser-Rückhaltesystem installiert, sagte ein Vertreter der Küstenwache am 16. Mai. Inzwischen sei der Ölschleier kaum noch zu sehen.

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 26.06.2019

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