Facebook hat einen Beitrag von US-Präsident Donald Trump gesperrt, weil dieser gegen Regeln zu „organisiertem Hass“ verstoße. In dem Werbepost war ein nationalsozialistisches Symbol zu sehen.

t-online.de NewsNach anderen sozialen Netzwerken hat nun auch Facebook einen Beitrag von US-Präsident Donald Trump gesperrt. Das Wahlkampfteam von Donald Trump hatte einen Tag zuvor eine Anzeige veröffentlicht. Darin ist ein Nazi-Symbol zu sehen, das laut Facebook gegen die Regeln gegen „organisierten Hass“ verstößt.

Die Anzeige zeigt ein auf der Spitze stehendes, rotes Dreieck. Dieses Symbol wurde im Nationalsozialismus zur Kennzeichnung von Häftlingen in Konzentrationslagern verwendet. Das rote Dreieck stand für politische Gefangene.

Im Text der Anzeige machte Trump Stimmung gegen Antifaschismus. Er wolle Unterschriften sammeln, um die „Antifa“ zu einer Terrororganisation zu erklären, hieß es in der Anzeige. „Sie zerstören unsere Städte und randalieren – es ist absoluter Wahnsinn“, schrieb Trump in der Anzeige. Wer sie anklickte, landete auf einer Website für die Unterschriftensammlung.

Das Wahlkampfteam hat die Anzeige nach wenigen Stunden wieder eingestellt. Erst als sie schon länger „inaktiv“ war, hat Facebook den Inhalt durch einen Warnhinweis ersetzt. „Diese Werbeanzeige wurde entfernt, da sie gegen die Werberichtlinien von Facebook verstößt“, hieß es. Laut den Angaben in der Werbebibliothek wurden für die Anzeige unter 100 US-Dollar ausgegeben. Sie soll zwischen 4.000 und 5.000 Mal bei Usern auf dem Bildschirm erschienen sein – besonders oft im Bundesstaat Texas.

US-Bürgerrechtsgruppen rufen zu Werbeboykott auf

Einige Bürgerrechtsgruppen hatten am Donnerstag zu einem Verzicht auf Werbeanzeigen bei Facebook im Juli aufgerufen. Mit der Kampagne #StopHateForProfit (Übersetzung: „Stoppt Hass für Profite“) kritisieren die Aktivisten Facebook. Das soziale Netzwerk gehe nicht ausreichend gegen rassistische, gewaltverherrlichende und nachweislich falsche Inhalten vor, heißt es auf die Internetseite der „Liga gegen Diffamierung“ (ADL). Die Aktivisten kritisierten, dass Hetze und Aufrufe zu Gewalt auf der Internet-Plattform nicht moderiert würden.

Die ADL schätzt die jährlichen Werbeeinnahmen von Facebook auf rund 62 Milliarden Euro. „Lasst uns eine Nachricht an Facebook schicken: Eure Gewinne sind es nicht Wert, Hass, Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Gewalt zu fördern“, hieß es in der Erklärung.

Facebook stand zuletzt in der Kritik, weil es, anderes als etwa der Onlinedienst Twitter, nicht auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump reagierte, die von Twitter als gewaltverherrlichend oder Fake-News eingestuft wurden. Erst kürzlich hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg seine Position unterstrichen, Trumps häufig umstrittene Beiträge nicht zu beschränken. Wegen Zuckerbergs Weigerung, Beiträge von Trump zu kennzeichnen, hatte es auch in der Belegschaft des Konzerns Proteste gegeben.

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 18.06.2020

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