In einem dunklen Anzug stand Sebastian Urbanski am Freitagmorgen vor den wichtigsten Politikern Deutschlands. Sebastian Urbanski hat eine Behinderung: das Down-Syndrom (gesprochen: daun sündrom). Aber das ist ja nicht schlimm. Er ist ein beliebter Schauspieler geworden. Und jetzt hat er einen Brief über Euthanasie geschrieben. 

Etwas Schlimmes ist dagegen Ernst Putzki zugestoßen. Er wurde umgebracht. Zusammen mit anderen Menschen, die zum Beispiel eine Behinderung hatten.

Ernst Putzki wurde im Jahr 1945 von den Nationalsozialisten, kurz Nazis, getötet. Die Nazis haben damals Deutschland regiert. Sie hatten vor allem etwas gegen Juden, aber auch gegen andere Menschen – etwa Behinderte.

Gedenkstätte Euthanasie
Schuhe am ehemaligen Konzentrationslager Majdanek in Lublin. © sth

Die Menschen in Deutschland dürfen Ernst Putzki und die Opfer der Nazis nicht vergessen, sagte Sebastian Urbanski. Darum las er am Freitag Ernst Putzkis Brief vor. Den hatte der Mann im Jahr 1943 an seine Mutter geschrieben.

In dem Brief beschrieb er, was um ihn herum passierte: Die Menschen bekamen zu wenig zu essen und zu trinken. Sie starben nach einiger Zeit.

Sebastian Urbanski runzelte oft die Stirn, als er den Brief vorlas. Alle Zuhörer waren sehr traurig. Sie sagten: So etwas darf nie wieder passieren. Denn jeder Mensch hat das Recht auf Leben.

Auszug aus dem Brief von Ernst Putzki über Euthanasie:
“Wir wurden nicht wegen der Flieger verlegt sondern damit man uns in dieser wenig bevölkerten Gegend unauffällig verhungern lassen kann.”

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 27.01.2017

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